Heiliger Geist, hauche mich an.
Liebe Gottes, verzehre mich.
Auf den wahren Pfad leite mich.
Maria, meine Mutter, schaue auf mich.
Mit Jesus segne mich.
Von allem Bösen von aller Täuschung,
von aller Gefahr bewahre mich.

 

Mariam Baouardy ist eine der geistlichen Blumen des Heiligen Landes. Sie wurde geboren in einer katholischen Familie des östlichen Ritus am 5. Januar 1846 in Abelin (heute I'bellin), einem galiläischen Dorf zwischen Nazareth und Akko.

Ihr Leben, das zu einem der außergewöhnlichsten mystischen Abenteuer wurde, begann in Armut. Im Alter von 12 Jahren wurde sie Waise und war gezwungen sich als Hausmagd in Alexandria, Beirut und in Marseilles zu verdingen.

Das klösterliche Leben zog sie an und im Jahre 1867 trat sie in den Karmel von Pau in Frankreich ein. Dort bekam sie den Spitznamen "La Petite" (die Kleine) wegen ihrer kindlichen Einfalt und Offenheit, auch wegen ihrer Sprache, die immer den Flair ihrer palästinensischen Herkunft verriet. Ihr Klostername war Sr. Mariam vom Gekreuzigten Jesus, aber sie selbst liebte es "le petit rien" - (das kleine Nichts) genannt zu werden.

Nachdem sie im Karmel war, wuchs sie hinein in einen wundervollen Ausbruch von Charismen und Tugenden.

Im Jahre 1870 reiste sie nach Indien mit einer Gruppe von Karmelitinnen. Dort gründete sie den ersten Indischen Karmel in Mangalore. Wie auch immer, wegen einiger ernsten Schwierigkeiten war sie gezwungen gegen Ende des Jahres 1872 nach Pau zurückzukehren. 1875 reiste sie wieder, dieses mal aber in ihr Heimatland mit einer anderen Gruppe von Schwestern um einen Karmel in Bethlehem, der Stadt Davids und Jesu zu gründen.

Schwester Mariam begeisterte eine großzügige Wohltäterin, Berthe Dartigaux, ihr bei der Durchführung der Gründung zu helfen. Sr. Mariam selbst wählte den Platz aus und wahrscheinlich wurde sie auch Architektin und Direktorin dieses Bauvorhabens. Sie wählte ebenso auch den Platz für das Haus der Priester, der Patres der Kongregation von Betharram.

1878 ging sie nach Nazareth um Land zu suchen für einen zweiten Karmel. Auf dem Weg nach Nazareth, sie zeigte durch eine Eingebung des Hl. Geistes den wirkliche Stätte des Ortes Emmaus im Evangelium. Mit der großzügigen Hilfe von Frl. Dartigaux konnten die Nonnen diesen Ort des Evangeliums erwerben.

Die drei Jahre (1875-1878) im Karmel in Bethlehem waren ein langes und schwieriges Golgota. Krankheiten, heroische Arbeit, Leitung des Bauprojektes, mystische Nächte und freiwillige Buße machten sie zu einem langen Martyrium der Liebe. Gegen Ende verstand es Sr. Mariam das "kleine Nichts" zu bleiben. In einem Jahrhundert, in dem der Hl. Geist ziemlich in Vergessenheit geraten war, wurde sie Sein brennende Fördererin. Im Gegenzug für ihre Verehrung erfüllte der Hl. Geist ihre Nichtigkeit mit Seinen Gaben. Er machte sie zu einer lebendigen Zusammenschau des mystischen Lebens: Wundmale Jesu, Herzenserkenntnis, Prophetien, Levitationen (Schweben im Raum), Bilokationen (an zwei Orten gleichzeitig sein). Es verging kein Tag im Leben dieser kleinen Karmelitin, ohne das sie den Glanz dieser Wunder erfahren durfte.

Schwester Mariam vom Gekreuzigten Jesus starb am 26. August 1878 und ihr Leib ruht im Karmel von Bethlehem, ihr Herz wurde zum Karmel nach Pau gesandt. Am 16. November 1983 wurde sie von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Es scheint, Gott hat im Nahen Osten diese demütige Galiläerin, Landsmännin von Jesus und Maria, erweckt als Regenbogen, ein Zeichen der Versöhnung und des Friedens zwischen der Kirche und den Völkern.

(Text eines Gebetbildchens aus dem Karmel in Nazareth
übersetzt aus dem Englischen)