|
Kurzbiographie:
Teresia Benedicta a cruce - Edith Stein
12. Okt. 1891 geboren zu Breslau 1911 Abitur an der Victoriaschule Breslau 1915 Studium der Philosophie, Psychologie, Geschichte und Germanistik in Breslau und Göttingen, Staatsexamen
1915 Freiwilliger Rot-Kreuz-Dienst im Seuchenlazarett in Mährisch-Weißkirchen 1917 Promotion an der Universität Freiburg 1918-1922 Freie wissenschaftliche Arbeit
1. Jan. 1922 Taufe in der St. Martinskirche Bergzabern/ Pfalz 1923-1931 Lehrerin in St. Magdalena Speyer 1932-1933 Dozentin am Deutschen Institut für wissenschaftliche Pädagogik Münster
1933 Verbot ihrer Dozententätigkeit durch die NSDAP 14. Okt. 1933 Eintritt in den Kölner Karmel 15. April 1934 Einkleidung (Theresia Benedikta a cruce) 21. April 1938 Ewige Profeß
31. Dez. 1938 Übersiedlung in den Karmel Echt/Holland 2. Aug. 1942 Verhaftung durch die Gestapo und Internierung im Sammellager Westerbork. Holland 7. Aug. 1942 Verschleppung nach Auschwitz
9. Aug. 1942 Vergasung in Auschwitz 3. Mai 1987 Seligsprechung in Köln 11. Okt. 1998 Heiligsprechung in Rom
Die Edith-Stein-Ikone
Die Ikone von Edith Stein stellt das Geheimnis der Kirche als Braut, Jungfrau
und Mutter dar. Ihr mütterliches Leiden ist riesig wie das Meer. Sie schreitet durch die Wehen der Geschichte, erleuchtet durch den Glauben und unterstützt durch das Kreuz. durch ihre Fürbitte wischt sie wie mit einem Schleier
die Tränen ihrer Kinder ab, während sie selbst blutige Tränen weint. Edith war fasziniert davon, daß im Karmel auf sehr dichte Weise dieses Geheimnis gelebt wurde. So wurde auch sie ein Glied, das teilnimmt an Christi
Erlösungswerk.
Wir sehen sie gekleidet in den Habit ihres Ordens. Ihr weißer Mantel, Symbol des prophetischen Charismas des Karmel, ist aufgepfropft auf den Ölbaum von dem Jesus geboren wurde. Es ist wirklich Christus,
der der Olivenbaum ist, auf den Edith aufgepfropft wurde durch das Bild der Liebe. Sie ist ein Opfer, zusammen mit dem Lamm um sein Volk zu retten. Lässt für uns nicht schon Ihr neuer Name - Schwester Teresa Benedicta vom
Kreuz, golden glitzernd auf der Ikone - schließen auf ihre Berufung, die der Herr ihr gab um sie auszuüben? Die Hl. Teresa von Jesus (von Avila) hat Edith angezogen zum Licht der vollen Wahrheit, das Kreuz befreite sie radikal
von ihrem Unglauben.
Edith trägt den Tallit, den Gebetsmantel in ihrer Hand, um ihre angeborene Neigung ihrer kontemplativen Seele zur Anbetung zu zeigen und den neuen und ewigen Bund zu bezeichnen, den ihre liebende
Betrachtung eingerichtet hat zwischen Christus und ihr selber nachdem sie von nun an Schwester Teresa Benedicta vom Kreuz geworden war. Oben auf der Ikone sehen wir einen Halbkreis der eingerahmt wird von einem
Regenbogen. Sein Ziel ist es das Geheimnis des Bundes anzudeuten, der im Blut Christi besiegelt ist: die Hetimasia "Zubereitung" (die Gegenwart des Geistes in der Heiligen Schrift), bei der der Geist dargestellt wird
als Taube. Die Seele stellt sich im Gebet neben Christus unter den Hochzeitsbaldachin (Chupa), dargestellt durch die dichte Wolke der Herrlichkeit, die in dem Halbkreis enthalten ist. Diese ist kein anderer als der Heilige
Geist. Der siebenarmige Leuchter symbolisiert die Kirche, die genährt ist durch das jungfräuliche Öl, das der Heilige Geist ausgießt über ihre Kinder.
Tödlich verwundet durch die feurige Schlange der
materialistischen Wüste, wurde Edith geheilt durch die bronzene Schlange, welche alle Geheimnisse der Weisheit enthält. Durch diese Berührung wurde die Philosophin eine Theologin. Durch den Schatten des Kreuzes schaut Edith auf
den brennenden Dornbusch. In der Theophanie des brennenden Dornbusches wird die göttliche Barmherzigkeit geoffenbart: "Ich habe wahrhaft das Elend meines Volkes gesehen. Und ich bin zu ihnen herabgestiegen, um sie zu
retten." Jesus bezieht ausdrücklich das Geheimnis des Kreuzes auf die Theophanie des brennenden Dornbusches: "wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin." Gott nennt seinen
unaussprechlichen Namen nur, um die Pläne des Heiles zu bestätigen, die er dem Mose geoffenbart hat.
Die Tochter Israels gehört zum Geschlecht der biblischen Offenbarung. Aber warum diese Geste des
unausdrückbaren Terrors, der sie die Sandale verlieren läßt, gleich wie das Kind Jesus vor den Leidenswerkzeugen in der Ikone Unserer Lieben Frau von der Immerwährenden Hilfe? Hinter dem Dornbusch sehen wir den Altar der zwölf
Steine: der Altar des Holocaustes. Wir sehen in edith einen heiligen Schrecken vor dem blutbeschmierten Ostergeheimnis, von dem sie fühlt, daß sie berufen ist, daran teilzuhaben durch die Liebe. In der schwarzen Grotte, in der
der Ölbaum verwurzelt ist Adams Schädel hingewendet zum Altar, von dem das Leben entspringt. Ediths Todesangst ist dadurch aber nicht gemindert. Sie ist in Getsemani vor Augen den Anblick des "Schmerzes, so groß wie das
Meer", von dem die Klagelieder sprechen. Aber das Feuer, das ihr Holocaustum verbrennen wird, ist das des Dornbusches: Ohne sie irgendwie zu vernichten, wird es sie verwandeln in Ihn selbst, in Herrlichkeit.
Edith
wurde geboren am 12. Oktober, am Jom Kippur, dem großen Tag der Sühne, dem einzigen Tag im Jahr, an dem es dem Hohepriester erlaubt war, das Allerheiligste zu betreten. Die Ikone stellt sie dar als diesen Sündenbock, bedeckt
mit den Sünden des Volkes, und der in der Steppe ausgesetzt wurde. Sie läuft hinauf in Richtung Opfer, denn sie ist eingepfropft durch ihren Mantel in den Ölbaum: "Die Sehnsucht dieses Volkes wurde mein Los." So
schrieb sie in Ihren Erinnerungen bevor sie den Karmel in Köln verließ.
Die Heilige Teresa Benedicta hält das Kreuz in ihrer Hand und segnet. Dieser Segensgestus, der den Namen Christi nachzeichnet, ist eine Verheißung
und eine Bitte zur "Heimkehr" Israels, eine Vorankündigung der glorreichen Ankunft des Messias. Wenn sie im Glauben "Teresa Benedicta vom Kreuz" genannt wird, dann deswegen, weil es ihre Sendung ist, diesen
Segen aus zubreiten durch dieses Kreuz.
|