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Josef von Arimatäa
Sein Namenstag wird gleichzeitig mit Nikodemus am 20. September gefeiert.
 Josef war ein vollkommener Jude, der die Gebote eingehalten hat und Jesus sehr nahe stand. Er ermöglichte Jesus seinen letzten Schabbat im Grab. Josef
heißt: der, der hinzufügt. Josef hat der Leidensgeschichte Jesu etwas hinzugefügt durch die Spendung des Grabes in Liebe. Er gab sein eigenes Grab für Jesus, er war geprägt von der Liebe zum Leib des Herrn. Hiermit zeigte
er einen Akt der Liebe und gleichzeitig die Befolgung eines Gebotes.
Arimatäa: bedeutet "von der Höhe" "Rama" heißt "Anhöhe". Josef war ein Mann,
der auf der Anhöhe lebte und keine Angst vor dem Abstieg hatte, um sich um den Leib des Herrn zu kümmern. Von seiner Haltung können wir lernen für unser Verhältnis zu Israel. Wir sollen Israel nicht von oben her lieben, sondern
mit Josef zusammen den Weg des Abstieges zu Israel gehen und dadurch das Volk Israel lieben lernen. Josef von Arimatäa war ein reicher Mann, Jünger Jesu
im Markusevangelium lesen wir, daß er ein Mitglied des Hohen Rates war und auf die Ankunft des Messias wartete. Er hatte keine Angst, Jesus vom Kreuz zu holen, obwohl dieser den Ruf hatte, ein Verbrecher zu
sein. Er war bei der Verurteilung Jesu anwesend, hatte ihr jedoch nicht zugestimmt. Nur er konnte den Leichnam Jesu verlangen, da die Apostel gesucht wurden, Petrus aus Angst sich versteckte und Johannes
zusammen mit Maria nicht vor Pilatus treten konnten. Josef stellte sich gegen das Todesurteil, weil es gegen das Gesetz war. Jesus wurde aufgrund falscher Aussagen verurteilt (vgl. Dtn 5,20+19,15). Josef
erfüllt das Gesetz, indem er den Leichnam vom Kreuz herunter holt und Jesus bestattet. Diese Handlung ist gleichzeitig für ihn ein prophetischer Akt. Im Geheimen ging Josef zu Golgota aus Angst vor religiösen
Autoritäten (vgl. Num 9,6). Es war mitten in der Vorbereitungszeit auf Pessach hin. Die Juden hatten der Reinheit für dieses Fest eine große Bedeutung
beigemessen. Sie vermieden, mit Schmutz und Sünde in Berührung zu kommen, da sie dadurch unrein wurden und von der Teilnahme am Pessachfest ausgeschlossen wurden die Berührung eines Toten war
die größte Unreinheit. Doch Josef von Arimatäa ging dieses Risiko ein und wurde unrein. Juden, die zu Pilatus gehen, wollen nicht unrein werden Josef machte sich unrein und verzichtete dadurch auf die
Teilnahme am Pessachfest. Er durfte das Pessachfest erst im 2. Monat feiern und jeder konnte seine Ausschließung feststellen. Josef ist ein gerader, gerechter Mann und geht aus Liebe soweit, daß er das
Gesetz überschreitet. Er zieht es vor, sich um den Leichnam Jesu zu kümmern anstatt rein zu bleiben.
Wir sollten diese Persönlichkeit und seine Liebe um den Leib Christi lange meditieren ' Josef hat wohl
schon begriffen, daß er durch die Berührung mit Jesus nicht unrein wird ' Durch die Person Josefs haben wir direkten Zugang zu den Geheimnissen des Schabbats, Jesus und Israels. Josef ist in sich selbst eine
Begegnungsstätte, der als Jude das Gesetz einhält und Jesus liebt. Er war in der Zeit des Schabbats Zeuge für Jesus, ohne zu wissen, hat er die Auferstehung vorbereitet. Josef kaufte ein Leintuch. Sollte es
nicht unsere Aufgabe sein, ebenfalls ein Leintuch für das Volk Israel zu kaufen, um dadurch symbolisch einen Trost zu bringen für all jene, die nicht wissen, wo ihre Geliebten begraben sind und noch keinen
Frieden in ihrem Herzen über den Verbleib und den Schmerz haben als Nachgeborene des Holocausts. Unsere Liebe sollte es sein, diese Menschen in das Leinentuch zu wickeln sprich den Frieden zu geben.
"Das Grab Eurer Toten ist Dein Herz und Dein Gedächtnis." (Marcel Dubois) Josef von Arimatäa salbte die Wunden Jesu und wälzte den Stein vor das Grab (Mk 15,46), um Jesus die Grabesruhe zu schenken, den
Schabbat. Josef von Arimatäa möchte uns im Besonderen ein Begleiter und Wegbereiter in der Vertiefung des Schabbats sein. |