Oberrabbiner begrüßen Papst Johannes Paul II.

 (Mitteilung des Sprechers des Oberrabbinats)

Es folgt der Wortlaut der Grußbotschaften des aschkenasischen Oberrabbiner Yisrael Meir Lau und des sephardischen Oberrabbiners Eliyahu Bakshi-Doron an Papst Johannes Paul II.:

"Wünschet Jerusalem Glück! Es möge wohlgehen denen, die dich lieben!" (Psalm 122:6)

 Das Volk in Israel, das in Zion lebt und die Oberrabbiner Israels heißen Papst Johannes Paul II. mit dem traditionellen Segen willkommen: Gesegnet sei Ihre Ankunft in Israel.

Von der heiligen Stadt Jerusalem, über die der Prophet Sacharja sagte: " Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! ... Und  es sollen zu der Zeit viele Völker sich zum HERRN wenden und sollen mein Volk sein, und ich will bei dir wohnen." (Sacharja 2,14-15) Wir begrüßen einen Menschen, der es für angebracht hielt, im Namen der Katholischen Kirche Reue für die schrecklichen Taten auszudrücken, die gegen das Jüdische Volk im Verlauf der letzten 2000 Jahre verübt wurden. Und  der sogar eine Kommission ernannte, um für den Holocaust Vergebung von der jüdischen Nation zu erbeten.

Wir erinnern und erwähnen zu seinen Verdiensten seine entscheidende Unterstützung für den  Umzug des Karmeliter-Ordens aus dem Konzentrationslager Auschwitz, einem Ort wo Millionen unserer Brüder und Schwestern für die "Heiligung des Namens" ermordet wurden, geopfert aus dem einzigen Grund, daß sie "vom Namen des HERRN gerufen waren".

Ebenso würdigen wir seine Anerkennung unseres Rückkehrrechts in das und des Lebens im  Heiligen Land in Frieden und Brüderschaft innerhalb sicherer – von allen Nationen der Welt und besonders unseren Nachbarn anerkannten Grenzen. All diesen Dingen gab er in dem  Gebet Ausdruck, das er in Auschwitz (11.6.1999) für den Erfolg der israelischen Friedensbemühungen sprach.

Das Jüdische Volk in Israel repräsentierend drücken wir – die Oberrabbiner Israels - unsere  Hoffnung und den Glauben aus, daß die Prophezeiung von Malachi sich erfüllt: "Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia, ehe der große und schreckliche Tag des Herrn kommt" (Maleachi 3,22), und von Sacharja: "So spricht der HERR: Ich kehre wieder auf den Zion zurück und werde inmitten Jerusalems wohnen, und Jerusalem soll Stadt der Wahrheit  genannt werden und der Berg des HERRN Zebaoth der heilige Berg ... Es sollen hinfort wieder sitzen auf den Plätzen Jerusalems alte Männer und Frauen, jeder mit seinem Stock in  der Hand vor hohem Alter, und die Plätze der Stadt sollen voll sein von Knaben und Mädchen, die dort spielen." (Sacharja 8,3-5).

Von Jerusalem - der Hauptstadt des Staates Israels - und von Zion - der heiligen Stadt - aus, beten wir, daß uns ein gutes und langes Leben gegeben wird, ein Leben in Frieden und Sicherheit, Gesundheit und Seelenruhe, ein Leben in der Brüderschaft der Menschen. Sei es sein Wille, daß die Worte des Propheten sich erfüllen: "Denn es wirkt kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen." (Jesaja, 2,4).

Möge er, der Frieden im Himmel macht, auch Frieden zu uns und über ganz Israel bringen.