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Ansprache von Präsident Ezer Weizmann bei seinem Treffen mit Papst Johannes Paul II
Jerusalem, den 23. März 2000
Ich schätze mich geehrt und glücklich, Eure Heiligkeit in der Residenz des Präsidenten des Staates Israel begrüßen zu dürfen.
In den beiden Tage, die Eure Heiligkeit mit uns verbracht haben, waren Sie zweifelsohne beeindruckt von der Schönheit dieser Stadt.
Vor Ihnen sitzen israelische Minister, Richter des Obersten Gerichtshofes, Mitglieder der Knesset, die Botschafter aller Staaten, die mit Israel
diplomatische Beziehungen unterhalten, die geistigen Oberhäupter der religiösen Gruppen, israelische Würdenträger und Repräsentanten des öffentlichen Lebens.
Mit uns sind auch Präsident Katzir, Frau Ora Herzog, die Witwe des sechsten Staatspräsidenten, und Frau Leah Rabin, die Witwe von Yitzhak Rabin, ruhe seine Seele in Frieden.
Es steht da jene Frage im Raum, ob es die Geschichte ist, die eine Führungspersönlichkeit hervorbringt, oder es die
Führungspersönlichkeit ist, welche die Geschichte erschafft. Sie, Eure Heiligkeit werden zweifelsohne klare Zeichen in der
Geschichte hinterlassen. Während der vergangenen Jahre sind wir Zeugen des Globalisierungsprozesses geworden. Menschen
aus verschiedenen Ländern, aus verschiedenen Kulturen und mit unterschiedlichen Religionen, nähern sich einander an. Dies ist
durch die moderne Technologie in Gang gekommen. Aber Sie, Eure Heiligkeit, vereinen durch Ihren Charakter, Ihr Verhalten und Ihren persönlichen Einfluß die Herzen der Menschheit.
Wir befinden uns in Jerusalem, der heiligen Stadt, der ewigen Hauptstadt von Israel, einem religiösen Zentrum von besonderer
Bedeutung für das Judentum, das Christentum und den Islam - und in der Stadt des Friedens.
Ihr Besuch in Jerusalem kann zum Frieden beitragen, zur Freundschaft zwischen Juden, Moslems und Christen sowie zwischen Israelis und der arabischen Welt.
Ich persönlich habe dreißig Jahre lang in den israelischen Kriegen gekämpft, und während der vergangenen zwanzig Jahre habe
ich für den "Kampf um den Frieden" alles getan, was in meinen Möglichkeiten steht. Israel hat Friedensverträge mit Ägypten und
Jordanien unterzeichnet. Unsere Grenzen mit diesen Ländern sind befriedet. Auch mit den Palästinensern haben wir ein
Abkommen erzielt, und ich hoffe, dass wir bald eine endgültige Regelung erreichen. Die große Wunde ist der Libanon, und alle
wissen, dass der Schlüssel zum Libanon in Damaskus zu finden ist. Ich hoffe, dass das anstehende Gipfeltreffen zwischen
Präsident Clinton und Präsident Assad erfolgreich verlaufen wird, und dass wir in der Lage sein werden, sowohl mit Syrien als
auch mit dem Libanon Frieden zu schließen. Ein umfassender Friede zwischen Israel und seinen Nachbarn ist der Traum aller Israelis wie auch aller Menschen im Nahen Osten.
Eure Heiligkeit, heute werden Sie Yad Vashem besuchen, und dort werden Sie eins sein mit der Erinnerung an sechs Millionen Juden, die im Holocaust
ermordet wurden. Eure Heiligkeit ist immer vehement gegen Rassismus und Antisemitismus aufgetreten, und ich bin überzeugt, dass Ihr Besuch in Yad Vashem dazu beitragen wird, mit diesem wichtigen Bemühungen fortzufahren.
Meine Frau und ich wünschen Eurer Heiligkeit eine gute Gesundheit und einen fortgesetzten Erfolg während dieses Besuches, der für Israel von ganz besonderer Bedeutung ist.
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